Lückenkinder

In unserem Projekt Lückenkinder führen wir intensive soziale Gruppenarbeit mit Kindern von 6 bis 10 Jahren mit sozialen und emotionalen Defiziten durch. Insgesamt gibt es drei Gruppen mit je ca. 10 Kindern, die sich zwei Mal pro Woche an drei Grundschulen im Kölner Norden treffen. Auch hier arbeiten wir im Team, wie immer eine Frau und ein Mann, die als Vorbilder für Kinder agieren. Idealerweise hat eine/r davon einen Migrations-hintergrund.

In den Gruppen nehmen Mädchen und Jungen teil, denen es nicht gelingt, „ihren Platz" in altersgleichen Gemeinschaften zu finden bzw. zufriedenstellend zu gestalten, also Kinder

  • die keine Freunde finden,
  • die keinen Platz in der OGTS gefunden haben oder dort rausgeflogen sind,
  • die Schule schwänzen
  • die nachmittags alleine zu Hause sind,
  • die überall anecken, weil sie oder ihre Familie „anders" sind,
  • die sozial isoliert ausschließlich in ihrer ethnischen Gruppe leben,
  • deren Eltern keinen Sport- oder anderen Freizeitclub bezahlen können, weil sie arm sind.

Das Gefühl, nicht dazu zu gehören schwächt dauerhaft das Selbstwertgefühl der Kinder. Sie neigen zu aggressiven oder überängstlichen, depressiven Verhaltensweisen, was wiederum zu Konflikten im Freundeskreis, in der Klasse und zuhause führt. So werden sie zu „schwarzen Schafen" oder Außenseitern. Kinder aus Migranten-Familien gehören oft bereits durch unzureichende Sprachkenntnisse dazu. Häufig stammen diese Kinder aus einkommensschwachen und/oder bildungsfernen Familien, aber auch aus Familien, die durch Trennungen gezeichnet sind.

Drei Lückenkinder-Gruppen gibt es bereits. „Crazy Team" und  "Jedi-Gruppe" in Seeberg und die "Coole Gruppe" in Heimersdorf. Das sind zur Zeit rund 30 Kinder, die im Alltagsleben der bindungsorientierten Kindergruppe, unterstützt durch die Gruppenleiter, viele Chancen zur „Ich-Stärkung" wahrnehmen. In kleinen, aber nachhaltigen Schritten wird so eine neue Grundlage für mehr emotionale Sicherheit und Lernbereitschaft gebildet und nachhaltig gefestigt.

Nach Schulschluss geht es mit einem gemeinsamen Mittagsimbiss los. Es folgen Sport, Spiele möglichst im Freien, kreatives Gestalten, Tanz, Theater, Gesang. Wochenend-Ausflüge bieten wichtige Entwicklungsanreize. Ein breit gestreutes Programm ermöglicht jedem Kind mit seinen Begabungen und Stärken „seine" Nische zu finden und Anerkennung und Erfolg zu spüren. Ein individuell geplantes Förderprogramm bietet darüber hinaus z. B. aufbauende, bewegungsorientierte Unternehmungen für adipöse Kinder, heilpädagogisches Reiten, Voltigieren zur Linderung motorischer Störungen und gezielte Angebote bei Lernproblemen wie die Lesestunde und Konzentrations- und Rechenspiele.