Straßen-Kinder-Projekt: Lernen und Spielen auf der Straße

Das Straßen-Kinder-Projekt/Lernen und Spielen auf der Straße ist ein niederschwelliges, aufsuchendes Gruppenangebot auf der Straße für Kinder von sechs bis 13 Jahren. Insgesamt gibt es zehn Gruppen auf unterschiedlichen Spielplätzen und an Straßenecken, die sich jeden Donnerstag von 16.00 bis 17.30 Uhr treffen. Zielgruppe sind jene Kinder, die zu jung für Jugendzentren sind, oder aus unterschiedlichen Gründen keine anderen Freizeitangebote wahrnehmen können.

Wir bieten den Kindern einen verlässlichen und dauerhaften "Schutzraum" innerhalb einer Gruppe Gleichaltriger, in dem sie Freunde finden können, wo sie lernen mit anderen Kulturen und Religionen zu leben, wo sie mit ihren Fähigkeiten und Ressourcen ihre Nische finden und Verantwortung übernehmen können, wo sie mit den beiden Gruppenbegleitern zwei Erwachsene an ihre Seite bekommen, die zuverlässig, unbestechlich und gerecht sind.

Jede Gruppe beginnt auf die gleiche Art: Eine Frau und ein Mann, deutsch und nichtdeutsch, suchen an einem vorher bestimmten Standort Kinder auf. Sie haben kleine Handkarren mit Ball, Springseil und Gruppenbuch dabei und malen mit Kreide auf den Boden. Ein wichtiges Versprechen haben sie im Gepäck: „Wir kommen jetzt jeden Donnerstag, egal ob es regnet oder die Sonne scheint!" Die Kinder, die sich auf dieses Angebot einlassen, bilden nach und nach eine Gruppe, die sich immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort mit gleichen Kindern und gleichen Gruppenbegleitern trifft. Manche Gruppen existieren schon seit zehn Jahren am gleichen Standort.

Der manchmal konfliktreiche Weg ist Ziel unserer Arbeit. Mit Hilfe des Leiterpaars und der Gruppenregeln werden Konflikte moderiert. Sanktionen reichen von Ermahnungen bis zum zeitweiligen Gruppenausschluss. Wer fünf Mal ununterbrochen dabei war, bekommt seinen Gruppenausweis.
In den Gruppen erfahren und lernen die Kinder Toleranz, Rücksichtnahme und Teamarbeit, sowie die Auseinandersetzung mit Menschen aus anderen Kulturen und Ländern.

Für Kindernöte e.V. fing 1996 alles mit dem Straßen-Kinder-Projekt in Chorweiler an. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Integrationspreis des Bundespräsidenten 2002.