Spaß-Schule/Lern- und Spaß-Banden

Die Spaß-Schule ist intensive soziale Gruppenarbeit für Grundschüler mit Lernschwierigkeiten und/oder sozialen Auffälligkeiten. Mit dem Namen Spaß-Schule, den die Kinder dem Projekt gaben, erklären sie intuitiv das Ziel unserer Arbeit: Das „Lernen" wieder mit positiven Gedanken zu besetzen.

Zur Zeit gibt es drei Gruppen mit je ca. 12 Kindern, die sich bis zu drei Mal pro Woche nach dem regulären Unterricht an der Grundschule Merianstraße und an der Grundschule Gutnickstraße im Kölner Norden treffen. Seit dem Frühjahr 2019 ist eine vierte Gruppe hinzugekommen: Die Lindweiler Kickers, unser bisheriges Fußball-orientiertes Projekt Aufstieg, das schon seit vielen Jahren an der Förderschule Soldiner Straße angesiedelt ist.  In allen Gruppen der Spaß-Schule arbeiten wir im Team, wie immer eine Frau und ein Mann, die als Vorbilder für Kinder agieren. Idealerweise hat eine/r davon einen Migrationshintergrund.

In den Gruppen werden die Kinder individuell gestärkt und erleben darüber wieder „Spaß" am Lernen, wodurch dem Entstehen negativer Schulkarrieren entgegengewirkt werden kann. Zahlreiche Gespräche mit Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Leistungsuntersuchungen und ein Vertrag mit jedem Kind bilden die Grundlage für eine individuelle Förderung.

Genauso wichtig sind aber auch Spiel, Sport, Tanz und Theaterspielen, die nach dem "Arbeiten" (Hausaufgaben und Co.) an die Reihe kommen. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihr Selbstbewusstsein über Erfolgserlebnisse und eine Menge gemeinsam erlebten Spaß zu stärken. In den Ferienzeiten finden Unternehmungen in der näheren Umgebung sowie Wochenendfahrten statt.

Die Lindweiler Kickers sind das Kindernöte e.V.-Angebot für fußballbegeisterte Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren. Es findet einmal wöchentlich statt, viele der ca. 15 Kickers sind Schülerinnen und Schüler der Förderschule. Die Gruppe steht aber Kindern aller Schulformen offen.

Sie beginnt mittags nach Schulschluss mit einer Trainingseinheit in der Halle oder auf dem Bolzplatz. Gezielte Übungen und Spiele, vor allem aber der gemeinsame Spaß an Bewegung, Fußball und Austoben stehen im Mittelpunkt. Eine Lehramts-Studentin und ein Lehramts-Student leiten die Kinder an, geben Technik-Hinweise und arbeiten mit den Kindern am Teamgeist, am Zusammenspiel, am gemeinsamen Ziel, eine starke Gruppe zu sein.

Ein gemeinsames Mittagessen, das auch Gelegenheit zum Austausch bietet, schließt sich an: Wie geht es Dir? Wie war Dein Schultag? Was bewegt Dich gerade?
In der Abschlussrunde äußern alle – Kinder und Gruppenleitung - ihre aktuellen Eindrücke vom Erlebten: Waren wir fair? Waren wir erfolgreich? Haben wir als Team gut zusammen gespielt?

Besonders für die Förderschülerinnen und –schüler, die oft Stigmatisierung erfahren, bedeutet die Gruppe eine Stärkung, eine Möglichkeit, ihr Können zu zeigen und zu verbessern. Die Lindweiler Kickers sind oft auch eine der wenigen Gelegenheiten, damit Kinder aus unterschiedlichen Schulformen sich überhaupt begegnen. Eher prägen Vorurteile über „die von der Förderschule“ das Denken - das Fußballspiel sorgt für Begegnung und hilft so, Gemeinsamkeit statt Abgrenzung herzustellen. Die Kinder wachsen nach und nach in die Gruppe wie in eine Familie hinein, entwickeln Vertrauen in sich, die anderen Team-Mitglieder und die Begleitungen. Sie lernen, dass sie trotz Misserfolgen und Niederlagen, die natürlich passieren, angenommen und wichtig für die Lindweiler Kickers sind. Ältere Kinder, manchmal auch ehemalige Gruppenmitglieder, agieren als Co-Trainer, übernehmen also Verantwortung und Vorbildfunktion für die Jüngeren. Auch das ist eine stärkende Erfahrung, die motiviert.

Die Lindweiler Kickers unterhalten gute Kontakte zu anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen im Stadtbezirk, absolvieren Freundschaftsspiele und nehmen auch an Turnieren teil. Beim diesjährigen Kindernöte-Cup belegten sie den 2. Platz!

Wesentlich für die Arbeit und für alle Gruppenleitungen der Spaß-Schulen verpflichtend sind die zweiwöchentlich stattfindenden Reflexionsrunden: Hier tauschen sie sich über ihre Arbeit aus und erhalten Impulse von der Projektleitung. Hinzu kommt ein intensiver fachlicher Austausch mit der kooperierenden Grundschule.